Ischias – Hexenschuss: Definition, Symptome, Ursachen, Heilung

IschiasHexenschuss und Ischiasschmerzen gehören zu den häufigsten Rückenproblemen. Doch was passiert dabei eigentlich im Körper? Und wie wird man die Probleme wieder los? Hier erfahren Sie, wie es zum Hexenschuss oder zu Schmerzen des Ischias kommt und was man dagegen tun kann.

Lumbago und Ischialgie – zwei verschiedene Krankheitsbilder

Hexenschuss und Ischias werden gern in einem Atemzug genannt oder miteinander verwechselt. Es handelt sich jedoch um zwei verschiedene Krankheitsbilder. Der Hexenschuss heißt im medizinischen Sprachgebrauch Lumbago oder auch akutes Lumbalsyndrom. Bei ihm folgt auf einen plötzlich einschießenden Schmerz im Rücken eine Schonhaltung – die Betroffenen können sich weder vollständig aufrichten noch sich bücken.

Beim Ischiasschmerz (Ischialgie oder Ischiasneuralgie) ist der Ischiasnerv betroffen, der längste Nerv des Körpers. Typisch sind hier Schmerzen, die in die Hüfte, ins Bein oder sogar den Fuß ausstrahlen. Beiden Störungen liegen unterschiedliche Krankheitsvorgänge zugrunde. Um sie zu verstehen, sind ein paar Grundkenntnisse darüber nötig, wie die Wirbelsäule aufgebaut ist und was ihr zu schaffen macht.

Die Wirbelsäule – die zentrale Achse des Körpers

Die Wirbelsäule besteht aus vierundzwanzig Wirbelknochen, den zu einer breiten Knochenplatte verschmolzenen Wirbeln des Kreuzbeins und dem Steißbein. Ihre oberen Abschnitte werden in Halswirbelsäule (HWS), Brustwirbelsäule (BWS) und Lendenwirbelsäule (LWS) eingeteilt. Die Brustwirbelsäule ist viel seltener von Erkrankungen betroffen als die anderen Abschnitte. Am häufigsten trifft es die Lendenwirbelsäule (LWS).

Störungen und Erkrankungen der LWS machen etwa drei Viertel der Wirbelsäulenerkrankungen aus. Das liegt unter anderem daran, dass die LWS das gesamte Gewicht des Oberkörpers, der Arme und des Kopfes tragen muss. So entstehen teilweise enorme Belastungen. Sie können sich auf die Strukturen der LWS – Wirbelknochen, Bandscheiben, Bänder und Nerven – negativ auswirken. Dann kommt es – entweder plötzlich oder im Laufe der Jahre – zu Funktionsstörungen und Schädigungen.

 

Alternativer sanfter Behandlungsvorschlag bei Rückenschmerzen.

 klicke hier zur energetisch geistigen Wirbelsäulentherapie nach den russischen Heilweisen

Erfahre die Möglichkeit des geistigen Heilens bei Ischiasschmerzen.

 

Nervenwurzeln: entscheidend für Bewegung und Empfindung

Aus der Wirbelsäule treten rechts und links Nervenstränge aus, die sogenannten Nervenwurzeln. Dies beginnt bereits oben in der Halswirbelsäule und setzt sich bis zum Kreuzbein fort. Die übereinander liegenden Wirbelknochen bilden eine senkrecht verlaufende Röhre, den sogenannten Spinalkanal. In ihm liegt das Rückenmark. Jeweils zwischen zwei Wirbeln bildet der Spinalkanal rechts und links einen Durchlass.

Aus ihm treten die Nervenwurzeln aus. Über diese Nervenwurzeln fließen elektrische Signale vom Gehirn in die Gliedmaßen und zurück. Die zurücklaufenden Nerven vermitteln Empfindungen an das Gehirn (Tastsinn, Temperatursinn, Schmerzen). Die zu den Organen, den Armen und Beinen ziehenden Nerven steuern die Aktivität der Organe und die Muskulatur. Werden Nerven geschädigt, kommt es zu Ausfallerscheinungen. Das können Schmerzen sein, Lähmungen, Taubheitsgefühle oder Funktionsstörungen.

Die Nervenwurzeln der LWS und des Kreuzbeins bilden im unteren Rücken ein Nervengeflecht. Aus diesem Geflecht geht der Ischiasnerv hervor. Dieser Nerv zieht durch die Gesäßmuskulatur abwärts und an der Beinrückseite hinunter. In Höhe des Knies teilt er sich in zwei Nerven, den Tibialisnerv und den Peronäusnerv. Sie versorgen den Unterschenkel und den Fuß mit Nervenästen, die die Muskulatur steuern (motorischen Nerven) und solchen, die Empfindungen aufwärts zu Rückenmark und Gehirn melden (sensiblen Nerven).

Wie entstehen Probleme mit dem Ischias?

Die typischen ausstrahlenden Schmerzen, die man als Ischias bezeichnet, können auf sehr unterschiedliche Weise entstehen. So können Reizungen oder Schädigungen des Ischiasnervs entsprechende Symptome auslösen. Sie können an der Wurzel oder im Verlauf des Nervs auftreten. Die Ausstrahlung kann ebenfalls sehr unterschiedlich sein, je nachdem, wo die Reizung oder Schädigung sitzt. So kann der Ischiasschmerz zum Beispiel nur ins Gesäß oder den Oberschenkel ausstrahlen oder in den Unterschenkel oder Fuß. Das hängt ganz davon ab, wo die Reizung oder Schädigung auftritt.

Eine mögliche Ursache für eine Ischialgie ist ein Bandscheibenvorfall oder eine Bandscheibenvorwölbung (Bandscheibenprotrusion). Dabei gibt der feste äußere Faserknorpel der Bandscheibe an einer Stelle nach und lässt den weichen Gallertkern austreten. Wölbt sich dieser Kern in Richtung der Nervenaustrittsstelle, kann er auf die Nervenwurzel drücken und so Schmerzen auslösen.

Es muss jedoch nicht immer gleich ein Bandscheibenvorfall vorliegen, wenn es Probleme mit dem Ischias gibt. Auch durch Verschleiß der Bandscheiben kann es dazu kommen. Dabei können sich zum Beispiel die Wirbelknochen so verändern, dass die Austrittsstelle des Nervs zu eng wird. Dann kommt es beim Bewegen zu Druck und Reibungen oder zur Einklemmung der Nervenwurzel. Dies wiederum kann eine Entzündung der Nervenwurzel verursachen. Weitere mögliche Gründe für das Auftreten eines Ischiasschmerzes können sein:

  • Entzündungen des Ischiasnervs in seinem Verlauf;
  • verspannte Rückenmuskulatur, die auf den Nerv drückt;
  • eine Verengung des Wirbelkanals (Spinalkanalstenose);
  • Instabilität der Wirbelsäule;
  • Wirbelgleiten (Spondylolisthesis).

Meist sind aber Verschleißerscheinungen (degenerative Veränderungen) der LWS ursächlich für Probleme mit dem Ischias.

Wie kommt es zum Hexenschuss?

Der Hexenschuss (Lumbago) entsteht meist durch eine Fehlbelastung oder Überbelastung der Rückenmuskulatur oder der Wirbelsäule. So sind zum Beispiel ungünstige Bewegungen, zu schweres Tragen oder ruckartiges Anheben von Lasten oft Auslöser. Hexenschuss und Ischias lassen sich leicht voneinander unterscheiden: Während beim “echten” Ischias der Schmerz ins Gesäß, ins Bein oder den Fuß ausstrahlt, bleibt er beim Hexenschuss im unteren Rücken. Der Hexenschuss trifft häufig untrainierte Menschen zwischen 30 und 50 Jahren.

Bei ihnen schaltet sich zum Beispiel beim plötzlichen Anheben einer Getränkekiste die tiefe Rückenmuskulatur nicht schnell genug ein. Dadurch kommt es kurzzeitig zu einer Instabilität im unteren Rücken. Um Verletzungen zu vermeiden, ziehen sich die Muskeln reflexartig zusammen – und dann lassen sie erst einmal nicht mehr locker. So kommt es zu der typischen, leicht gebeugten Schonhaltung. Dieses Zusammenziehen muss übrigens nicht sofort nach dem schädlichen Ereignis geschehen. Manchmal baut sich ein Hexenschuss auch über Stunden hinweg oder über Nacht langsam auf.

Hexenschuss und Ischias – Symptome im Überblick

Hier noch einmal die Symptome für Hexenschuss und Ischias im Überblick:

Ischias:

  • Schmerz mit Ausstrahlung entlang des Nervenverlaufs (Gesäß, Bein oder Fuß)
  • brennender oder ziehender Schmerz, auch mit Kribbelgefühlen, Ameisenlaufen oder “elektrischem Schlag” beim Bewegen;
  • häufig gibt es eine längere Vorgeschichte mit Rückenschmerzen;
  • eventuell Taubheitsgefühle, Muskelschwäche oder Lähmungen.

Hexenschuss:

  • plötzlich einschießender, stechender oder bohrender Schmerz im unteren Rücken;
  • danach Schonhaltung, Unfähigkeit zum Bücken oder Aufrichten;
  • häufig ist ein Auslöser erkennbar (Last anheben, ungünstige Bewegung).

Alternativer sanfter Behandlungsvorschlag bei Rückenschmerzen.

 klicke hier zur energetisch geistigen Wirbelsäulentherapie nach den russischen Heilweisen

Erfahre die Möglichkeit des geistigen Heilens bei Ischiasschmerzen.

 

Was tun bei Ischias und Hexenschuss?

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Die Ursachen können bei beiden Störungsbildern sehr unterschiedlich sein. Es macht deshalb Sinn, sie nacheinander zu betrachten.

Hexenschuss behandeln – was kann man tun?

Zunächst hilft eine Stufenlagerung, den akuten Schmerz zu verringern. Dabei sollten die Hüft- und Kniegelenke jeweils 90° gebeugt sein. Dazu kann man sie Unterschenkel zum Beispiel auf einen Gymnastikball, einen Hocker oder Stuhl legen. Diese schmerzlindernde Lagerung kann mehrmals täglich für fünfzehn bis zwanzig Minuten eingesetzt werden. Früher war Bettruhe beim Hexenschuss üblich. Inzwischen heißt das Motto: So früh wie möglich wieder bewegen – so lockert sich die verkrampfte Muskulatur schneller.

Auch Wärme hilft, die Muskulatur zu lockern und den Schmerz zu lindern. Dazu können zum Beispiel Rotlicht (“Heißluft”), Wärmflaschen, Körnerkissen, Moorpackungen oder Fango eingesetzt werden. Schmerzlindernde und durchblutungsfördernde Salben können ebenfalls verwendet werden. In der Regel bildet sich der Hexenschuss innerhalb von Tagen bis anderthalb Wochen wieder vollständig zurück.

Kommt es allerdings zu Taubheitsgefühlen oder gar Lähmungen, sollte schnell ein Arzt aufgesucht werden. Dann nämlich kann ein akuter Bandscheibenvorfall vorliegen, der weitere Schädigungen nach sich ziehen kann. In diesem Fall sollte umgehend eine ärztliche Behandlung stattfinden.

Ein Trainingsprogramm für den Rücken kann verhindern helfen, dass der Hexenschuss wiederkehrt.

Therapie bei Ischiasschmerzen

Vor jeder Ischias Behandlung muss eine gründliche Diagnostik stehen. Nur so kann die Ursache sicher ermittelt werden – und genau das ist entscheidend für eine erfolgreiche Therapie. Operiert werden muss nur selten. Meist reicht eine sogenannte konservative Therapie – also eine nicht-operative Behandlung – vollkommen aus. Hier wird der Arzt meist mehrgleisig vorgehen.

Dazu wird eine medikamentöse Therapie mit nicht-medikamentösen Maßnahmen kombiniert. Schmerzbehandlung hat Vorrang. Sie soll bei Ischias so frühzeitig wie möglich einsetzen. So kann verhindert werden, dass sich ein “Schmerzgedächtnis” bildet und der Schmerz chronisch wird. Dazu wird der Arzt in der Regel ein Schmerzmittel verschreiben, zum Beispiel Ibuprofen, Diclofenac oder Paracetamol. Liegt eine Entzündung des Ischiasnervs vor, können entzündungshemmende Medikamente zum Einsatz kommen.

Meist wird die medikamentöse Behandlung mit Physiotherapie kombiniert. Sind abgenutzte Bandscheiben oder Instabilität der Wirbelsäule ursächlich, kann gezielte Krankengymnastik die Symptome im Laufe von Wochen bis Monaten deutlich reduzieren. Dabei werden Kraft und Ausdauer der tiefen Rückenmuskeln verbessert.

Auch eine aufrechtere Körperhaltung und rückengerechtes Bewegen und Tragen können trainiert werden. So wird die Wirbelsäule besser geführt, und es kommt nicht wie vorher zu häufigen Verspannungen oder Überbelastungen. Außerdem können Elektrotherapie, Ultraschallbehandlung, Massagen oder Wärmetherapie eingesetzt werden, um die Beschwerden zu lindern.

Ischias – wann muss operiert werden?

Es gibt einige Warnzeichen, die eine schnelle Operation nötig machen. Kommt es nämlich zu Lähmungen oder sogar zum unwillkürlichen Abgang von Urin oder Stuhl, ist Eile geboten. Dann drückt ein Bandscheibenvorfall auf den Nerv oder das Nervengeflecht, und es drohen Dauerschädigungen. Auch bei starken Dauerschmerzen, die sich durch eine konservative Therapie nicht behandeln lassen, kann eine OP nötig werden. Ebenso ist eine Verengung des Wirbelkanals (Spinalkanalstenose) – je nach Ausmaß der Beschwerden – Grund für eine Operation. Dies kommt jedoch seltener vor; in der Regel sprechen Ischiasbeschwerden auf eine konservative Behandlung gut an.

Wie ist die Prognose bei Ischias und Hexenschuss?

Meist heilt der Hexenschuss in kurzer Zeit folgenlos ab. Er sollte jedoch dazu führen, seinen Rücken mit mehr Umsicht zu behandeln. Ein gezieltes Rückentraining und eine Rückenschule können das Risiko, wieder an Hexenschuss oder anderen Erkrankungen der Wirbelsäule zu leiden, erheblich reduzieren. Auch eine gesunde, aktive Lebensweise mit gesunder Ernährung und viel Bewegung trägt viel dazu bei. Ebenso sinkt das Erkrankungsrisiko für eine Vielzahl von Krankheiten, wenn Übergewicht reduziert wird.

Beim Ischias kann man keine pauschale Prognose geben. Es hängt ganz von den Ursachen, vom Ausmaß der Schädigung, von der Behandlung und vielen anderen Faktoren ab, wie die Erkrankung sich entwickelt. In der weit überwiegenden Mehrzahl der Fälle lassen sich die Beschwerden durch eine sachkundige Behandlung zumindest deutlich reduzieren. Dabei gilt: Nicht erst warten, bis die Rückenbeschwerden chronisch werden! Bei Rückenproblemen möglichst frühzeitig aktiv werden, für Bewegung und Rückengesundheit sorgen – vorbeugen ist immer besser als heilen! Wer auf seine Rückengesundheit achtet, kann oft auch bis ins hohe Alter beschwerdefrei bleiben.

Alternativer sanfter Behandlungsvorschlag bei Rückenschmerzen.

 klicke hier zur energetisch geistigen Wirbelsäulentherapie nach den russischen Heilweisen

Erfahre die Möglichkeit des geistigen Heilens bei Ischiasschmerzen.

 

Jetzt zum kostenlosen online Seminar über geistiges Heilen anmelden

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (4 Bewertung(en)
Loading...

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

*